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Hugo Junkers -
Ein Leben für die Technik.
Junkers Bosch

Junkers R 02

Technische Daten: 
Verwendungszweck: 
Aufklärungsflugzeug
Baujahr: 
1923 (in Dessau) / 1925 (in Limhamn)
Besatzung: 
2
Triebwerk: 
Daimler D III a
Leistung (kW): 
118 kW
Leistung (PS): 
160 PS
Spannweite: 
15,27 m
Länge: 
8,30 m
Höhe: 
2,95 m
Flügelfläche: 
28,30 m²
Höchstgeschwindigkeit: 
170 km/h
Startmasse: 
1500 kg

Unter Umgehung des im Versailler Vertrag festgesetzten Bauverbotes für Militärflugzeuge in Deutschland wurde im südschwedischen Limhamn eine A 20 zum bewaffneten Aufklärer R 02 umgerüstet. Im Auftrag von Prof. Junkers hatten die schwedischen Brüder Adrian und Carl Florman dort im Januar 1925 die "Aktie Bolaget Flygindustri" gegründet. Die Brüder fungierten als "Strohmänner" für Junkers, der das Aktienkapital zu 100 Prozent besaß, was aber Ausländern nach schwedischen Gesetzen verboten war.

Die Werkgründung in Schweden hatte für Junkers mehrere Vorteile: Es konnten dort in Teilen aus Dessau angelieferte Flugzeuge montiert und von potentiellen Auftraggebern besichtigt, ggf. auch mit Bewaffnungsvorrichtungen versehen werden. Zudem erhielten die in Limhamn flugfertig zusammengebauten Flugzeuge schwedische Kennungen und waren damit dem Zugriff alliierter Kontrollgruppen in Deutschland von vornherein entzogen.

Die Typennummer (R)02 entstand aus der bloßen Umkehrung der Bezeichnung (A)20. Das in Limhamn umgerüstete Flugzeug war die Dessauer A 20 mit der Werknummer 456, Baujahr noch 1923, Merkname "Sirius"; in Deutschland zugelassen mit der Kennung D-361, in Schweden erhielt es die Kennung S-AAAJ. Der Umbau war einfach; lediglich am hinteren Sitz wurde ein Zwillings-MG-Stand eingebaut. Doch Interessenten für diese Version fanden sich nicht. Deshalb blieb die R 02 ein Einzelflugzeug. Hingegen sind mehrere A 20 von der türkischen Luftwaffe zu Leichtbombern (MG und Bombenschacht) umgebaut worden. Weitere A 20 wurden im Junkers-Werk Fili bei Moskau für sowjetische Fliegerkräfte bewaffnet und unter der Typenbezeichnung Ju 20 geflogen.