Der Name Junkers

Synonym für Erfindergeist: Der Name Junkers

Professor Hugo Junkers gilt als einer der wesentlichen Wegbereiter der heutigen modernen Luftfahrt. Sein Name und seine Unternehmungen standen schon zu Junkers' Lebzeiten als Synonym für technischen Fortschritt, Innovation und Erfindungsgeist. Dabei hat sich Junkers schon frühzeitig um eine gezielte Reklame in der Selbstdarstellung seiner Unternehmen gekümmert, d.h. gezielt Werbung und Imageaufbau betrieben.

Die Unternehmensgeschichte von Junkers fällt in die Frühzeit der Reklame, die sich Ende des 19. Jahrhunderts als eigenständige, theoretisch fundierte Designdisziplin herausbildete. Daher spiegelt das Corporate Design, für Junkers war es die "Konzernpropaganda" mit Reklameatelier und Nachrichtendienst, in anschaulicher Weise ein Stück deutscher Kulturgeschichte wider.

Markenzeichen einer Epoche

Bereits bei der Gründung der ersten Firma durch Hugo Junkers spielte sein Namenszug eine wichtige Rolle: "Hugo Junkers - Zivilingenieur Dessau" hieß das Unternehmen mit Sitz in Mieträumen der "Centralwerkstatt Dessau", mit dem er vor allem sein Kalorimeter-Patent verwerten wollte. In der Folge wurde der Name Junkers zur Firmenphilosophie. Man stellte ihn stets in Verbindung mit wissenschaftlich-technischem und kulturellem Höchststand, mit Fortschrittsglaube und Qualität. Auf diese Weise wurde Junkers zum Markenzeichen einer Epoche: "Wir sehen in den Junkers-Werken ein glänzendes Bild modernster Technik und technisch-wissenschaftlicher Forschungsarbeit, ein Institut hochqualifizierter deutscher Arbeit ... - eine Denkfabrik!" bemerkte selbst Reichspräsident Friedrich Ebert während seines Besuches in den Junkerswerken am 6. Dezember 1922 in Dessau.

Forschung bedeutete für die Junkerswerke Existenz und Innovation zugleich. Dabei spielten die gestalterischen Medien wie Fotografie, Graphik und Modelle in der reklameseitigen Umsetzung der Forschungsergebnisse in die Fertigung eine wesentliche Rolle. Die Darstellung der Junkers-Forschungstätigkeit setzte bei den Kunden bzw. Benutzern Akzente des Vertrauens und der Zuverlässigkeit, sie wurden mit Sach- und Fach-Kompetenz gleichgesetzt. Dadurch konnten Vorurteile wie die allgemeine Hilflosigkeit gegenüber der Technik und ihrer Neuerungen abgebaut bzw. auf ein Minimum reduziert werden.

Der "Junkersgeist"

Die zahlreichen Auszeichnungen, Medaillen, Urkunden und Würdigungen, die Junkers-Erzeugnisse auf internationalen Ausstellungen, Messen und Präsentationen zwischen 1893 und 1933 erhielten, sprechen für die Richtigkeit dieser Reklame. Nicht nur die Kunden, auch die Junkersmitarbeiter waren stolz auf ihre geleistete Arbeit und auf ihre Firma. Es entwickelte sich ein sprichwörtlicher "Junkersgeist". Junkers selbst sagte dazu am 3. Februar 1929 während einer Ansprache: "Der Name Junkers gehört nicht mehr mir oder meiner Familie, sondern er ist Eigentum des Werkes und all seiner Mitarbeiter geworden".

Die Erfolge und Leistungen der Mitarbeiter wurden somit auch Eigentum des Namens Junkers, d.h. auch kreative Leistungen, ob technischer, logistischer oder gestalterischer Art, ob eine Idee, Musterschutz, Patent oder praktischer Nutzen. Auch das gehört zum Corporate Design. Und so ist Design für Junkers stets ein Design unter dem Namen Junkers.