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Junkers Bosch

Erfindungen

Junkers strebt nach oben: Neue Erfindungen

Um die Jahrhundertwende entwickelt Junkers, der inzwischen als Professor für Thermodynamik an den Technischen Hochschulen Aachen lehrt, weitere wichtige Patente wie das so genannte Lamellenpatent, die Wärmeaustauscher-Vorrichtung und der Flüssigkeitserhitzer.

Im Jahr 1904 wird die Abteilung Kalorifer innerhalb der Junkers & Co. gegründet, in der ausschließlich Warmluft-Erhitzer entwickelt und gebaut werden.

Inzwischen hat das Junkers-Sortiment an Warmwasser-Geräten einen solchen Umfang erreicht, dass aufgrund der hohen Nachfrage bei Junkers & Co. die Schichtarbeit eingeführt werden muss. Auf der 8. Fachausstellung im Verband der Deutschen Klempner-Innungen in Berlin verdeutlicht Hugo Junkers derweil erstmals sein Konzept einer modernen Haushaltsführung: In einem Ausstellungspavillon aus standardisierten Eisenblechteilen führt er in sieben Raumkojen 22 Gas-Warmwasserapparaturen in voller Funktion vor.

Trotz aller Erfindungen und Entwicklungen im Bereich der Wärmeversorgung verliert Professor Junkers den Motorenbau nicht aus den Augen - dafür sorgt schon das von ihm geleitete Maschinenlaboratorium in Aachen. Das Jahr 1907 ist dabei von besonderer Bedeutung: Unter dem Kürzel DRP-Nr. 220 124 erhält Junkers auf seinen neu entwickelten "Gegenkolben-Dieselmotor" sein 27. Patent. Es handelt sich dabei um einen nach dem Dieselverfahren betriebenen Motor mit zwei in einem Zylinder gegenläufigen Arbeitskolben. Dieses Prinzip wird in den folgenden Jahren die Grundlage für eine Fülle von erfolgreichen Junkers-Entwicklungen im Motorenbau sein.

Im Jahr 1908 entdeckt Junkers schließlich sein Herz für die Fliegerei - beziehungsweise zunächst für die Aerodynamik. In Zusammenarbeit mit seinem Aachener Kollegen Professor Hans Reissner entwickelt Junkers aerodynamische Konzepte für den Flugzeugbau und meldet erste Patente an. Auf Junkers` Initiative wird 1910 an der TH Aachen ein Windkanal gebaut. Bei Junkers & Co in Dessau entstehen unterdessen die ersten gefalteten Tragflächen in Leichtbauweise sowie ein neues Fahrwerk für das Reissner-Flugzeug. Im Jahr 1912 wird dort der 100.000. Warmwasser-Durchlauferhitzer gefertigt.

Der Schwerpunkt von Hugo Junkers` unternehmerischen Tätigkeiten beginnt sich nun langsam zu verschieben. So nimmt am 13. Juli 1913 in Magdeburg die Firma "Junkers Motorenbau GmbH" ihre Produktion auf, 1914 gründet Junkers in New York sein erstes ausländisches Unternehmen, die "American Junkers Company", und auf der Frankenburg in Aachen wird der erste Großwindkanal der "Versuchsanstalt Professor Junkers" in Betrieb genommen. Im Dessauer Hauptwerk lässt Junkers derweil unter der Anleitung von Dr. Ing. Otto Mader (1880 - 1944) Versuche über die Einsetzbarkeit dünnwandiger Eisenbleche im Flugzeugbau durchführen.

Dort entsteht ein Jahr später die J1, das erste freitragende Ganzmetall-Flugzeug der Welt. Junkers hat inzwischen seine Professur in Aachen niedergelegt und seine Büros und Unternehmungen wieder in Dessau konzentriert. Im November 1915 pachtet er bei Dessau-Mosigkau ein größeres Wiesengrundstück und lässt dort seinen 1. Werk-Flugplatz anlegen. Er projektiert ein Riesenflugzeug in Form eines freitragenden Eindeckers in Ganzmetall-Bauweise und meldet 1916 mit dem "Tragflügel mit Wellblechdecke" das typische Wellblechprinzip der Junkers-Flugzeuge zum Patent an. Auf Druck der Reichsbehörden gründet Junkers 1917 mit dem Holzflugzeugbauer Fokker, der 1919 wieder ausscheidet, die "Junkers und Fokker AG" (IFA) und beginnt dort mit der Serienfertigung von Militärflugzeugen.