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Höhenflüge bei Junkers 1928
Im Herbst 1928 wurden in den Junkerswerken zwei Nutzlast - Höhenrekorde
erflogen. Der Flugversuchs-Ingenieur Reginald Schinzinger erreichte in den
Vormittagsstunden des 14. September 1928 in einer W 34 mit 1000 kg
Nutzlast eine Höhe von 6805 Meter.
Am Nachmittag des gleichen Tages erreichte er mit dem gleichen Flugzeug
und 500 kg Nutzlast eine beachtliche Höhe von 8830 Metern und überbot
die bis dahin bestehenden Rekorde bei dem ersten Flug mit rund 1000
Meter, bei dem zweiten Flug mit 250 Meter der jeweiligen Kategorie.
Diese Leistung war besonders anerkennenswert, da, wie Dipl.-Ing. Schinzinger
sagte, "bei nahezu 50 Grad Kälte die meisten Instrumente und die ganze
Kleidung vereist waren".
Diese Höhenweltrekord-Flüge im Herbst 1928, (die mit dem Höhenweltrekord
von Neuenhofen im Sommer 1929 ihren Abschluß fanden,) dienten nicht dem
Selbstzweck, sondern waren entsprechend der Einstellung von Junkers
gewissermaßen als Nebenprodukte von Forschungsflügen anzusehen, zur
Klärung verschiedener Probleme beim Höhenflug. Die Versuchsflüge sollten
zeigen, - welche Höhe mit den damaligen Mitteln maximal erreichbar waren,
- wie das Flugzeug beschaffen sein musste, dass der Pilot mit dem geringsten
Energieaufwand große Höhen mit niedrigsten Temperaturen erreichen konnte,
- wie sich der Motor und dessen lebenswichtige Zubehörteile (Vergaser,
Zündmagnete) in der maximal erreichbaren Höhe verhielten und - welche
Anforderungen in den großen Höhen an den menschlichen Organismus
gestellt wurden, und mit welchen Mitteln den Schwierigkeiten durch
Sauerstoffmangel und Kälte zu begegnen war.
Für die Höhenflüge wurde das Flugzeug gewählt, welches infolge seines
geringen Motorleistungsbedarfes die größte Höhe zu erreichen versprach.
Das war das durch die Dauerflugversuche und den ersten Ost-West-Ozeanflug
bekannt gewordene Junkers Flugzeug W 33.
Die W 34 war eine Weiterentwicklung der bewährten W 33. Sie erhielt anstelle des
bei der W 33 üblichen Junkers L5 - Triebwerkes, verschiedene luftgekühlte
Motoren mit 500 bis 600 PS Leistung als Sternmotor. Das bei den Höhenflügen mit
Schinzinger verwendete Triebwerk war ein 420 PS starker Bristol-Jupiter VII
Sternmotor mit Verdichter.
Bei diesen Flügen war der Pilotenraum nach oben noch offen, da man befürchtete, daß
eine Überdachung vereisen und die Sicht verschlechtern oder ganz nehmen könnte.
Lediglich die Windschutzscheibe schützte vor dem Fahrtwind. Von einer heizbaren
Kleidung, die Defektmöglichkeiten enthielt, wurde auch abgesehen. Die Pelzbekleidung
bot genügend Schutz bei der Kürze der Flüge. Große Schwierigkeiten ergaben sich bei
der Schutzbrille. Bei Temperaturen von -40° vereisten die Brillengläser vom ausgeatmeten
Wasserdampf. Versuche mit verschiedenen Einreibemitteln hatten keinen Erfolg, daß
letztendlich ohne Brille hinter der Windschutzscheibe geflogen wurde! Der Sauerstoffmangel
für den Piloten wurde durch ein "Dräger"-Höhenatmungsgerät ausgeglichen.
Erleichterungen und Änderungen kamen erst bei den Flügen 1929 zum Tragen, auch die
Entwicklung der Höhenkammer und des Höhenmotors begann erst später.

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Aktuelles aus vergangenen Tagen
[Artikel vom 10. August 2004]
Einen Sieg im Kampf um das "Blaue Band der Lüfte" errang am 26. Mai 1929 der Versuchsflieger
der Junkers-Flugzeugwerke AG. in Dessau, Flugkapitän Friedrich Wilhelm Neuenhofen. Mit einer
modifizierten Junkers W 34 startete vom Junkers Werkflugplatz bei klarem Himmel der Werksflieger
Neuenhofen zu einem Höhenflug-Versuch.
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Vor 80 Jahren: Dauerflug-Weltrekord
[Artikel vom 10. Juli 2003]
Am 7. Juli 1928 landeten die beiden Junkers-Piloten Zimmermann und Risticz mit einer Junkers
W 33 auf dem Junkers Werksflugplatz nach 65 Stunden und 25 Minuten Dauerflug. Sie hatten
damit die bis dahin bestehende Weltbestzeit von 58 Stunden und 34 Minuten der Italiener
C. Ferrarin und Del Prete überboten.
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