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Professor Junkers Ehrenbürger von DessauDer Dessauer Gemeinderat hatte am 24. Mai 1928 auf Vorschlag des Magistrates in einer geheimen Sitzung den Schöpfer des ersten Ganzmetallflugzeuges und Besitzer der Junkerswerke Professor Dr.h.c. Hugo Junkers zum Ehrenbürger der Stadt Dessau ernannt. Ferner wurde die Köthener Straße zu Ehren des Professors in Junkersstraße umbenannt.
Foto zum Jubiläum des 1000. Flugzeugs aus den Junkers-Werken
Diese Ehrungen gelten Prof. Junkers als Wissenschaftler, seinem Werke und seinen Mitarbeitern. Den äußeren Anlaß zu diesen Ehrungen gaben zwei Ereignisse: Die erfolgreiche Überquerung des Nordatlantiks in der Ost- West-Richtung mit einer Junkers "W 33" am 12./13. April 1928 und die Fertigstellung des 1000. Flugzeugs in den Junkers Werken am 24. April 1928, eines dreimotorigen Passagierflugzeuges mit der Typenbezeichnung "G 31". Am 24. Mai 1928 fand auf dem Flugplatzgelände eine würdige Feier mit der Belegschaft des Flugzeugwerkes statt, an der auch die Minister Dr. Müller und Dr. Weber vom Anhaltischen Staatsministerium, der Regierungspräsident Dr. Mühlenbein, der Landtagspräsident Peus sowie Bürgermeister Hesse teilnahmen. Da Prof. Junkers sich zu dieser Zeit noch in Amerika aufhielt, begrüßte als langjähriger Mitarbeiter des Professors, Direktor Schleissing die Vertreter der Behörden. In seinen anschließenden Ausführungen brachte er die besondere Zusammenarbeit zwischen Professor Junkers und allen seinen Mitarbeitern zum Ausdruck und dass die Junkerswerke ihre Aufgabe in der Qualität sehen. Nur das unbegrenzte Vertrauen der Ozeanflieger in die hervorragenden Eigenschaften der "W 33" Bremen sowie die absolute Zuverlässigkeit des Junkers-Motors hatte den Ozeanflug gelingen lassen. Staatsminister Dr. Weber sprach namens der Staatsregierung und des Landes Anhalt der Firma Junkers an diesem Ehrentage den Dank und die besten Wünsche aus, sie galten in erster Linie dem Professor Junkers, aber ebenso seinen Mitarbeitern bis zum letzten Arbeiter, der seine Pflicht getan habe. Bürgermeister Hesse überbrachte namens der Stadt Dessau dem Werk die besten Glückwünsche und betonte, dass das tausendste Flugzeug nicht möglich gewesen wäre, wenn nicht die hervorragenden persönlichen Eigenschaften des Werkleiters das Werk zu diesen Leistungen befähigt hätten. Das, was aus dem Werk hervorgegangen sei, ist das Ergebnis einer einträchtigen Zusammenarbeit. Professor Junkers habe sich stets mit all seinen Werksangehörigen innig verbunden gefühlt. Junkers habe nicht finanzielle und materielle Erfolge in den Vordergrund gestellt, sondern stets das Werk, die Arbeit, zu der er alle berief. Der Gemeinderat habe die Ehrungen beschlossen, um damit den Leiter des Werkes zu ehren, in der auch die Annerkennung ab alle Werksangehörigen zum Ausdruck kommen sollte. Mit einem dreifachen "Hoch" des Bürgermeisters Hesse auf Prof. Junkers war der offizielle Akt beendet. Anschließend folgte die Besichtigung der mit Girlanden geschmückten "G 31" und Kunstflugvorführungen des späteren Flugzeugbauers Gerhard Fieseler aus Kassel mit einem Raab-Katzenstein-Doppeldecker, während sich die Belegschaft bei einem Glase Bier vergnügte. Am selben Tag richtete das Anhaltische Staatsministerium an Professor Junkers ein Schreiben, in dem die Freude über das tausendste Flugzeug zum Ausdruck gebracht wurde, als ein Markstein in der Entwicklung des von Junkers im anhaltischen Lande gegründeten und geführten Unternehmens. "Möge diesem tausendsten Flugzeug noch manches stattliche Geschwader folgen und den Namen "Junkers" in alle Welt hinaus tragen. (Welch' Ironie der Geschichte mit dem späteren Missbrauch seines Namens!) Bürgermeister Hesse richtete an den z.Z. in New York weilenden Professor Junkers folgendes Telegramm: "Professor Junkers, New York. Aus Anlaß der Herstellung des tausendsten Flugzeuges durch die Junkers-Werke hat der Gemeinderat der Stadt Dessau soeben beschlossen, Ihnen, hochverehrter Herr Professor, in Anerkennung der hervorragenden Verdienste, die Sie sich in harmonischem Zusammenwirken mit allem Ihren Mitarbeitern um die deutsche Luftfahrt erworben haben, das Ehrenbürgerrecht der Stadt Dessau zu verleihen und die an Ihren Werken vorüberführende Straße "Junkersstraße" zu benennen. Indem ich Ihnen hiervon Kenntnis gebe, begrüße ich Sie mit den wärmsten Wünschen für eine weitere gedeihliche Entwicklung Ihrer Unternehmen aufs herzlichste als unseren neuen Ehrenbürger. Hesse, Bürgermeister." Der Ehrenbürgerbrief, dessen Entwurf und Herstellung die Bauhauswerkstatt unter Bauhausmeister Joost Schmidt übernommen hatte, wurde Professor Junkers anlässlich des offiziellen Empfangs der Ozeanflieger Hermann Köhl und Ernst Günther Freiherr von Hünefeld am 30. Juli 1928 in einer Feierstunde im Rathaussaal durch Bürgermeister Hesse überreicht. Die Junkers "G 31" war eine Weiterentwicklung der ebenfalls dreimotorigen "G 24" im Aufbau nach dem bewährten Junkers-Konstruktionsprinzip in Gerüstbauweise mit Wellblechbehäutung. Das 1000. Flugzeug trug die Werknummer 3003, hatte eine Spannweite von 29,90 m und eine Länge von 16,50 m, angetrieben von drei Sternmotoren mit je 420 PS Leistung. Am 29.Mai 1928 wurde es bereits an die Österreichische Luftfahrtgesellschaft verkauft, erhielt am nächsten Tag den Namen Österreich mit dem Registrier-Kennzeichen A-46 und beflog die Express-Strecke Wien-Berlin. |
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