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Aerodynamik und Flugzeugbau:
Entdeckung einer Leidenschaft

1908
Angeregt durch Flugversuche seines Aachener Kollegen, Professor Hans Reissner, mit einem französischen Voisin-Doppeldecker, der für seine Versuche auch die Junkers Werkstätten in Aachen und Dessau in Anspruch nimmt, beginnt Junkers sich mit der Problematik der Aerodynamik zu beschäftigen.

In der Versuchsanstalt Aachen entstehen die ersten Luftschrauben (Propeller) für Flugzeuge.

1909
Hugo Junkers führt am 2. März seinen Motor vom Typ M 12 dem deutschen Kronprinzen Wilhelm vor. In Auswertung der Reissner-Flugversuche entwickelt Junkers ein aerodynamisches Konzept, das die bisher praktizierte Flugzeug-Bauweise in ihrer Konstruktion völlig revolutionieren sollte. Es entsteht die Idee der körperlichen Tragflächen. Am 2. Dezember liegen die ersten handschriftlichen Entwürfe für ein neues Patent vor.

1910
Auf Initiative von Junkers wird an der TH Aachen ein Windkanal gebaut.
In Petersburg in Russland wird am 19. Mai erstmals ein Großgasmotor vom Typ Junkers M 12 in Betrieb genommen.
Die Junkersmotoren M 13 und M 15 werden entwickelt. Etwa zeitgleich entsteht ebenfalls in Aachen der Bau einer Wasserwirbelbremse.
In der Firma Junkers & Co. in Dessau entstehen die ersten gefalteten Tragflächen in Leichtbauweise sowie ein neu gestaltetes Fahrwerk für das Reissner-Flugzeug.

1912
In Berlin wird am 3. April die "Allgemeine Luftfahrt-Ausstellung" (ALA) eröffnet. Dem Festkomitee dieser Ausstellung gehören auch Professor Junkers und Professor Reissner an, auf deren Initiative hin die "Wissenschaftliche Gesellschaft für Flugtechnik" gegründet wird. Der 100.000. Warmwasser-Durchlauferhitzer wird in Junkers & Co. gefertigt. Durchführung von Versuchsreihen im Windkanal zur Ermittlung der aerodynamischen Grundformen und Abmessungen für brauchbare Flügelprofile und anderer äußerer Flugzeugteile. Junkers erwirbt in Bayrischzell ein Grundstück mit einem halbfertigen Wohnhaus. Er lässt es im Landhausstil vollenden und nutzt es für Erholungsaufenthalte seiner Familie.

Im September fliegt in Berlin-Johannisthal die umgebaute Reissner-Ente. Dazu lädt Hans Reissner seinen Freund Junkers nach Berlin ein. Mit Wirkung vom 1. Dezember tritt Prof. Hugo Junkers aus seinem Amt an der Technischen Hochschule Aachen aus. In Dessau beginnen die ersten konstruktiven Vorarbeiten für den Bau eines Junkers-Schweröl-Flugmotors.

1913
Am 13. Juli nimmt in Magdeburg-Süd die Firma "Junkers Motorenbau GmbH" ihre Produktion auf. Auf der Frankenburg bei Aachen entsteht ein zweiter größerer Windkanal. Unter Anleitung von Junkers und Mader werden in Dessau Versuche über die Einsetzbarkeit dünnwandiger Eisenbleche im Flugzeugbau durchgeführt.

1914
Hugo Junkers gründet in New York sein erstes ausländisches Unternehmen, die "American Junkers Company". Am 1. Mai wird auf der Frankenburg in Aachen der erste Großwindkanal der "Versuchsanstalt Professor Junkers" unter der Leitung von Dr. Ing. Philipp von Doepp in Betrieb genommen. Junkers lässt die günstigste aerodynamische Formgebung von Ausström-Düsen untersuchen.

1915
Nach Beendigung seiner Lehrtätigkeit an der TH Aachen verlagert Junkers auch seine Büros und Unternehmungen wieder nach Dessau. In Auswertung seiner strömungstechnischen Versuche sowie der erbrachten Ergebnisse über die Verwendbarkeit von Eisenblechen im Flugzeugbau entsteht in der Firma Junkers & Co. das erste Ganzmetall-Flugzeug der Welt. Das Junkers-Tragflügel-Patent wird am 7. August beim kaiserlich-preußischem Patentamt in Berlin angemeldet.

Im November pachtet Junkers bei Dessau-Mosigkau ein größeres Wiesengrundstück und lässt seinen 1. Werk-Flugplatz anlegen. In Dessau entsteht das 1. Projekt eines Junkers-Riesenflugzeuges in Form eines freitragenden Eindeckers in Ganzmetall-Bauweise.

1916
Erstflug der Junkers J 2 am 11. Juli durch den Piloten Friedrich Mallinchrodt in Döberitz. Auch Anthony Fokker fliegt mit dieser Maschine. Junkers besucht im Oktober den Flugzeug-Konstrukteur Claude Dornier am Bodensee. Erste Besprechung zwischen Junkers und Fokker in Berlin am 22. Dezember zwecks Gründung eines gemeinsamen Flugzeugwerkes auf Wunsch der Reichsbehörden. Mit dem Junkers-Patent "Tragflügel mit Wellblechdecke" entsteht das typische Wellblechprinzip der Junkers-Flugzeugbauweise.

1917
Anfang Januar, Entwurf des Jagdeinsitzers Junkers J 5, wahlweise mit Umlauf- oder Reihenmotor ausgestattet. Unter behördlichem Zwang gründet Junkers mit dem Holzflugzeugbauer Fokker, der 1919 wieder ausscheidet, die "Junkers und Fokker AG" (IFA) und beginnt mit der Serienfertigung von Militärflugzeugen. Erstmals wird der Werkstoff Duraluminium von Junkers systematisch im Flugzeugbau genutzt. Am 30. Mai begeht Obermeister Otto Knick sein 25jähriges Arbeitsjubiläum. Während einer Flugvorführung in Johannisthal bei Berlin vollzieht Fokker mit einer Junkers J 7 eine absichtliche Bruchlandung, um seine eigene Maschine zu favorisieren. Im Junkers-Konstruktionsbüro beginnt die Entwurfsarbeit für das Großflugzeug R 1. Hugo Junkers trifft am 14. Dezember erneut mit Claude Dornier zusammen. Es geht um die Projektierung und den Bau von Schwimm-Flugzeugen für die Marine.

1918
Anmeldung des Junkers-Patent "Eindecker-Flugzeug mit selbsttragenden Flügeln". Dieses Patent bildet die Grundlage für die Aufnahme von größeren Lasten, z.B. Flugmotoren, an den Tragflächen. Erstflug des Jagdeinsitzers Junkers J 9 im April. Bereits am 4. Mai erfolgt der erste Start des Junkers-Zweisitzers vom Typ J 10. Hugo Junkers reicht dem Reichsmarineamt das Projekt eines viermotorigen Ganzmetall-Riesen-Flugbootes ein. Am 23. Oktober erster Probeflug des Wasserflugzeuges Junkers J 11 für die kaiserliche Marine. Die Firma Junkers & Co. fertigt am 4. Oktober ihre 3000. Feldküche für das deutsche Heer. Mit Schreiben vom 3. Dezember tritt Anthony Fokker per Jahresende aus der Firma Junkers & Fokker AG aus.

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9. Februar 2010

75. Todestag von Hugo Junkers
Ein merkwürdiges Staatsbegräbnis fand am 9. Feb. 1935 am Münchner Waldfriedhof statt. Angeordnet hatte dieses prunkvolle Begräbnis Reichskanzler Hitler persönlich. Sein Stellvertreter Rudolf Hess legte nun einen Kranz an dem Grab ausgerechnet des Mannes nieder, der vorher monatelang als Staatsfeind verfolgt und um sein Lebenswerk gebracht worden war...
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