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Hugo Junkers
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Wärme für alle: Junkers & Co.

1895
Die Warmwasser-Apparatefabrik "Junkers & Co." Dessau, kurz "Ico" genannt, wird am 2. Juli 1895 in das Handelsregister der Stadt Dessau eingetragen.

Es bildet die Ausgangsbasis der weiteren Junkers-Unternehmen, in denen ausschließlich Junkers-Forschungsergebnisse ökonomisch verwertet werden. Hergestellt werden zunächst:
- Kalorimeter verschiedener technischer Spezifikationen;
- Warmwasser-Durchlauferhitzer, die so genannten Junkers-Gasbadeöfen;
- Gasdruckregler als messregulierende und sicherheitstechnische Vorrichtungen.
Mit Wirkung vom 19. Juli übernimmt die französische Firma Ducretet in Paris die Lizenzproduktion für das Kalorimeter.

1896
Das erste Junkers-Fabrik-Gebäude wird errichtet. Mit diesem zweigeschossigen Klinkerbau, in gelb/roter Farbkombination gehalten, lehnt sich Junkers an die Webereibauten der väterlichen Fabrik in Rheydt an und setzt damit im mitteldeutschen Raum neue Akzente. Neuartig war auch die elektrisch beleuchtete großformatige Firmenwerbung.

1897
Mit Wirkung vom 13. September wird Hugo Junkers als ordentlicher Professor für Thermodynamik an die Technischen Hochschulen Aachen berufen und übernimmt die Leitung des neu eingerichteten Maschinenlaboratoriums. Im gleichen Jahr gründet er in Aachen eine "Versuchsanstalt Professor Junkers", um dort neben der Hochschultätigkeit praktische Entwicklungsarbeit durchzuführen. In Dessau entwickelt Junkers den statisch feststehenden Gasbadeofen zu einem leichten, an der Wand befestigten Modell, der Junkers-Gastherme. Bereits 1900 umfasst das Sortiment der Warmwasser-Durchlauferhitzer zehn verschiedene Modelle für Haushalt und Gewerbe, bis 1908 wird es auf 44 Typen erweitert.

1898
Hugo Junkers heiratet am 31. März Therese Bennhold (1876 - 1950), die Tochter des Dessauer Gymnasialprofessors Carl Bennhold (1837 - 1917). Aus dieser Ehe entspringen 12 Kinder (7 Töchter und 5 Söhne).

1901
Wichtige Junkers-Patente auf dem Gebiet der Wärmeübertragung werden angemeldet: das so genannte Lamellenpatent, die Wärmeaustauscher-Vorrichtung, das erweiterte Lamellenpatent und der Flüssigkeitserhitzer.

1902
Junkers gründet die "Versuchsanstalt für Ölmotoren" in Aachen. Diese Versuchsanstalt und das oben erwähnte Konstruktionsbüro bilden den Grundstein für die spätere "Forschungs-Anstalt Professor Junkers".

1903
Hugo Junkers wird förderndes Mitglied im Komitee für die Errichtung eines Museums von Meisterwerken der Wissenschaft und Technik, dem heutigen Deutschen Museum in München.

1904
Die Abteilung Kalorifer innerhalb der Firma "Junkers & Co." wird gegründet. In diesem Bereich werden ausschließlich Warmluft-Erhitzer entwickelt und gebaut. Auf der 8. Fachausstellung im Verband der Deutschen Klempner-Innungen in Berlin verdeutlicht Hugo Junkers erstmals sein Konzept einer modernen Haushaltsführung. In einem Ausstellungspavillon aus standardisierten Eisenblechteilen werden in sieben Raumkojen 22 Gas-Warmwasserapparaturen in voller Funktion vorgeführt. Die Nachfrage nach Junkersgeräten steigt sehr schnell an, so dass bei Junkers & Co. die Schichtarbeitszeit eingeführt werden muss. Am 8. November wird der Verbundgasmotor Junkers M 11 in Probelauf genommen, der wahlweise mit Gas oder Schweröl (Diesel) betrieben werden kann.

1905
Am 5. August wird Hugo Junkers der Rote-Adler-Orden 4. Klasse für seine praxisorientierte Hochschultätigkeit verliehen. Gleichzeitig werden damit seine Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Gaskraftmaschinen gewürdigt.

1906
Die Heizofenfabrik von Junkers' Bruder Max (1856 - 1906) wird von Rheydt nach Dessau übergesiedelt. Von der Stadt Dessau erwirbt Professor Junkers ein 2,6 Hektar großes Gebäude "im Hasenwinkel an der Cöthenschen Straße Nr. 303" und baut dort eine neue Ico-Fabrik auf.

1907
Errichtung der "Versuchsanstalt Professor Junkers" in Aachen. Auf den neu entwickelten "Gegenkolben - Dieselmotor", DRP-Nr. 220 124, erhält Hugo Junkers seine 27. Patentanmeldung. Es ist ein nach dem Dieselverfahren betriebener Motor mit zwei in einem Zylinder gegenläufigen Arbeitskolben. Dazu gewinnt Junkers eine Reihe von Patentstreitigkeiten, unter anderem mit der Firma MAN. Ab 1. Oktober wird Dr. Ing.Otto Mader (1880 - 1944) Mitarbeiter bei Junkers. Auch mit ihm verbindet sich eine lebenslange Freundschaft.

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9. Februar 2010

75. Todestag von Hugo Junkers
Ein merkwürdiges Staatsbegräbnis fand am 9. Feb. 1935 am Münchner Waldfriedhof statt. Angeordnet hatte dieses prunkvolle Begräbnis Reichskanzler Hitler persönlich. Sein Stellvertreter Rudolf Hess legte nun einen Kranz an dem Grab ausgerechnet des Mannes nieder, der vorher monatelang als Staatsfeind verfolgt und um sein Lebenswerk gebracht worden war...
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