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Von Rheydt nach Dessau: Jugend und erste Patente

1859
Am 3. Februar 1859 wird Hugo Junkers als drittes von sieben Kindern des Weberei- und Ziegeleibesitzers Heinrich Junkers (1823 - 1887) und dessen Ehefrau Luise Junkers (1827 - 1869) im rheinischen Rheydt geboren.

1867
Schüler der Höheren Bürgerschule in Rheydt, die er mit der Untersekunda (10. Klasse) am 15. August 1874 abschließt.

1878
Am 6. März legt Junkers das Abitur an der Gewerbeschule in Barmen ab und schließt ein Praktikum in der Maschinenfabrik Carl Klingelhöffer in Rheydt an. Am 14. Oktober beginnt er das Studium an der Königlichen Gewerbe-Akademie in Berlin. Nach einem Semester Studium wechselt Junkers an die Technische Hochschule Berlin-Charlottenburg, die er bis 1881 besucht.

1881
Studium an der Technischen Hochschule Aachen bis 1883.

1883
Am 23. Mai schließt Junkers das Studium mit dem Regierungs-Maschinenbauführer-Examen ab. Danach arbeitet er als Konstrukteur in verschiedenen Firmen in Aachen, später in der väterlichen Fabrik in Rheydt. Daneben besucht er Vorlesungen und Seminare an der TH Aachen.

1887
Junkers zieht nach Berlin, um bei Professor Adolph Slaby (1849 - 1913) an der TH in Charlottenburg weitere Vorlesungen über Elektromechanik und Thermodynamik zu hören und in dem von ihm geleiteten Elektrotechnischen Labor Maschinenversuche durchzuführen.

1888
Am 28. Oktober nimmt Hugo Junkers auf Empfehlung von Professor Slaby bei Wilhelm von Oechelhaeuser senior (1820 - 1913), Deutsche Continental-Gas-Gesellschaft Dessau, seine Tätigkeit als "Civilingenieur" auf. Dort befand sich seit 1886 eine Elektroenergiezentrale, die zweite ihrer Art in Deutschland nach Berlin.

1889
Gemeinsam mit Wilhelm von Oechelhaeuser junior (1850 - 1923) gründet Junkers in der Dessauer Wolfgangstraße 15 eine Versuchsstation für Gasmotoren, um eine geeignete Kraftmaschine zur Erzeugung von Elektroenergie zu entwickeln.

1892
Klempnermeister Otto Knick (1865 - 1921) nimmt ab 30. Mai seine Tätigkeit bei Junkers auf. Hohes fachliches Können und ein meisterliches praktisches Gespür auf dem Gebiet der Metallverarbeitung lassen ihn schnell zum Betriebsleiter der Firma Junkers & Co. aufsteigen. Zwischen Junkers und Knick besteht eine lebenslange Freundschaft.

Am 29. Juni wird Hugo Junkers sein erstes alleiniges Patent eingetragen: Das "Kalorimeter" (Klasse 42, Nr. 71 731). Es handelte sich dabei um ein Messgerät zur Bestimmung des Heizwertes von Brenngasen. Bereits 1893 wird auf der Weltausstellung in Chicago das Kalorimeter mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Am 21. Oktober 1892 gründet Junkers die erste eigene Firma: "Hugo Junkers - Civilingenieur Dessau" mit Sitz in Mieträumen der "Centralwerkstatt Dessau" im Gasviertel am Wörlitzer Bahnhof.

1893
Von April bis Juli reist Hugo Junkers erstmals in die USA. Persönlich betreut er mit Paul Sachsenberg, einem Roßlauer Schiffsbauunternehmer, die Präsentation seines Kalorimeters auf der Weltausstellung in Chicago. Im Anschluss unternimmt er eine Studienreise durch die Vereinigten Staaten zur Erforschung der Marktlage und des Absatzes technischer Erzeugnisse.

1894
Junkers entwickelt den ersten stehenden Gasbadeofen auf der Grundlage seines Kalorimeters und meldet ihn unter der Bezeichnung "Flüssigkeitserhitzer", DRP-Nr. 84 781, als Patent an. Auf der "Thüringer Gewerbe- und Industrieausstellung zu Erfurt" erhält Junkers eine Silbermedaille für sein weiterentwickeltes Handkalorimeter.

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9. Februar 2010

75. Todestag von Hugo Junkers
Ein merkwürdiges Staatsbegräbnis fand am 9. Feb. 1935 am Münchner Waldfriedhof statt. Angeordnet hatte dieses prunkvolle Begräbnis Reichskanzler Hitler persönlich. Sein Stellvertreter Rudolf Hess legte nun einen Kranz an dem Grab ausgerechnet des Mannes nieder, der vorher monatelang als Staatsfeind verfolgt und um sein Lebenswerk gebracht worden war...
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