Das gemeinsame Ganze im Blick

Das "Industrielle Glaubensbekenntnis" Hugo Junkers'

Aus den zahlreichen Tagebucheinträgen von Hugo Junkers lässt sich ablesen, dass er sich intensiv mit der Frage beschäftigte, wie die Welt friedlicher, humaner und gerechter gestaltet werden könne. Wir wissen, dass er einen Beitrag darin sah, mit dem Flugzeug die Menschen und Nationen einander näher zu bringen. Aber auch als Unternehmer ging er eigene, ungewöhnliche Wege, was er in seinen Tagebuchaufzeichnungen als „sein „industrielles Glaubensbekenntnis" in drei Sätzen so festgehalten hat:

  1. „Das Kapital, die Fabrik, den ganzen geschäftlichen Organismus sehe ich nicht als mein Privateigentum an, sondern als das aller Beteiligten, vom Leiter bis zum letzten Lehrjungen und Tagelöhner“
  2. „Da das Gedeihen des Ganzen in erster Linie von dem ethisch­moralischen Verhalten des betreffenden Mitarbeiters abhängt, seiner vorbildlichen Unterordnung unter das Ganze, seiner Auf­opferung für das Ganze, so sind dies die entscheidenden Merkmale für die Beurteilung der Befähigung zu leitenden Stellen (Direktor, Abteilungsvorstand, Meister, Vorarbeiter etc.).“
  3. „Daraus ergibt sich also von selbst, dass die Stellung des Leiters des Gesamtunternehmens das größte Maß von Unterordnung unter die Aufgabe ... in sich schließt. Nur wenn und solange der an leiten­der Stelle Stehende auch andere übertrifft durch die genannten Eigenschaften, hat er Anspruch auf die leitende Stelle - und darf sie innehaben.„

In einer Rede vor Dessauer Arbeitern im November 1924 hat er diese Auffassung dahingehend verdeutlicht, dass er sich als Arbeitgeber versteht, der sich um die Arbeitsmöglichkeiten seiner Mitmenschen sorgt, nicht aber als Kapitalist, der, so wörtlich, „auf Raubbau ausgeht, indem er rücksichtslos seinen Profit als allein entscheidend für sein Handeln ansieht...".

Festveranstaltung zum 70. Geburtstag von Prof. Junkers 3. Februar 1928

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