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Post-, Kurier- und Sportflugzeuge

Anläßlich der Weimarer Nationalversammlung im Jahre 1919 hatten die Junkerswerke einen Post- und Kurierdienst zwischen Dessau und Weimar eingerichtet und für diesen Zweck zwei J 10 umgerüstet. Neben der Beförderung von Post und Fracht war auch die Mitnahme eines Passagiers möglich.

In dem von Junkers nach Beendigung des ersten Weltkrieges aufgestellten Bauprogramm für Verkehrsflugzeuge war unter anderem die Konstruktion eines kleinen, wirtschaftlichen Reiseflugzeuges für zwei bis drei Passagiere vorgesehen, das sich auch als Sport- und Kurierflugzeug verwenden ließ.

Mit der Verwirklichung dieses Projektes konnte erst im Sommer 1920 begonnen werden. Gewählt wurde die Form des Hochdeckers, da Junkers in Versuchen herausgefunden hatte, dass bei geringer Motorleistung das Verhältnis von Auftrieb zu Widerstand bei einem Hochdecker günstiger ist als bei einem Tiefdecker.

Das erste Kleinverkehrsflugzeug, der Versuchshochdecker J 15, war deshalb zu Vergleichszwecken auch als Tiefdecker geflogen worden. Aus der J 15 entstand im Frühjahr 1921 ein Reiseflugzeug für zwei Passagiere, die K 16. Bedingt durch die Beschränkungen im Flugzeugbau wurde es jedoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit erprobt und erst im Mai 1922 offiziell vorgestellt.

Zu schwacher Motor

Da die Motorleistung zunächst auf 60 PS beschränkt war, fand das Flugzeug keinen Anklang. Im Jahre 1924 wurde jedoch eine verbesserte Version mit stärkerem Motor und größerer Spannweite herausgebracht, von der etliche Exemplare an Luftfahrtgesellschaften, Vereine und Privatpersonen verkauft wurden. Sie fanden Verwendung als Reise-, Kurier-, Luftbild- und Sportflugzeuge.

Die Serie der Hochdecker-Kleinflugzeuge wurde im Frühjahr 1922 durch das Sportflugzeug T 19 fortgesetzt, das unter anderem auch als Erprobungsflugzeug für den im Jahre 1923 entwickelten Junkers-Flugmotor L 1 verwendet wurde. Aus der T 19 entstanden die beiden Versuchsmuster T 21 und T 22, die Vorentwicklungen für den Militärflugzeugbau in Fili bei Moskau waren.

Da die Sportflugzeuge T 19 bis T 22 keine Käufer fanden, überlegte man, wie die Verwendungsmöglichkeiten dieser Typen erweitert werden könnten. Im Ergebnis entstanden das speziell für Flugschulen entwickelte Übungs- und Sportflugzeug T 23 sowie seine verbesserte Version T 26. Beide konnten als Doppel- und als Eindecker geflogen werden, wobei der Doppeldecker durch seine geringe Start- und Landegeschwindigkeit für Anfänger, der Eindecker mit erhöhten Flugleistungen für Fortgeschrittene und Sportflieger gedacht war. Durch diese Anpassung an den sich während der Ausbildung veränderten Bedarf war es den Flugschulen möglich, mit einem relativ kleinen Flugzeugpark auszukommen und den Flugbetrieb wirtschaftlich zu gestalten.

Sportlicher Tiefdecker

Mit der zu Beginn des Jahres 1925 entwickelten T 29 führte Junkers die Tiefdeckerbauweise auch im Sportflugzeugbau ein. Die T 29, als Versuchsflugzeug für den Junkers-Doppelflügel und den verbesserten Motor L 2 geplant, wurde kurzfristig für den im Mai/Juni angekündigten "Deutschen Rundflug 1925" fertiggestellt. Der Doppelflügel verlieh diesem Typ eine große Wendigkeit, aber als Sportflugzeug war es zu schwer und den Holz/Stoff-Flugzeugen unterlegen. Nach der T 29 wurde der "reine" Sportflugzeugbau bei Junkers eingestellt.

Die Entwicklung der Post- und Kurierflugzeuge knüpfte an die im ersten Weltkrieg entstandenen Typen J 10 und J 11 an. Als die "Junkers Luftverkehr A. G." im Sommer 1924 die Einrichtung einer Nachtluftpoststrecke von Warnemünde nach Stockholm plante, wurde ein seetüchtiges Kurierflugzeug benötigt. Durch Vergrößerung der J 11 entstand die A 20, die sich in der Folgezeit als vorzügliches Post-, Kurier- und auch Sportflugzeug bewährte. Die A 20 und deren verbesserte Version, die A 35, waren durch ihre vielseitige Verwendbarkeit erfolgreich und wurden in mindestens 171 Exemplaren hergestellt.

Zur Geschwindigkeitserhöhung der A 20 wurde im Jahre 1926 ein Exemplar dieses Typs mit Stoff bespannt, um so die Wirkung einer glatten Oberfläche zu erproben. Aus diesem Versuch entstand das Post- und Kurierflugzeug A 32, dessen Rumpf erstmals statt des bisher verwendeten Wellblechs bis hinter dem Pilotensitz mit Glattblech verkleidet war. Durch diese Teilverkleidung wurde eine Geschwindigkeitssteigerung von 16 bis 20 Prozent erreicht. Die Versuche wurden mit dem Luftbildflugzeug S 36 und der zweisitzigen Sport- und Kunstflugmaschine A 48 fortgesetzt. Diese Typen wurden jedoch nur in wenigen Exemplaren hergestellt und fanden kaum Absatz.

Erst mit dem im Jahre 1929 herausgebrachten Leichtflugzeug A 50 gelang Junkers noch einmal der Durchbruch im Kleinflugzeugbau. Die A 50, vielseitig verwendbar als Reise-, Sport- und Postflugzeug, war aerodynamisch vorzüglich geformt und bewährte sich vor allem bei Langstreckenflügen.


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9. Februar 2010

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