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Erste Flugzeugforschungen

Nach dem ersten gelungenen Motorflug der amerikanischen Gebrüder Wright im Dezember 1903 griff die allgemeine Flugbegeisterung auch auf Europa über. An der Technischen Hochschule in Aachen, an der Prof. Junkers seit 1897 tätig war, griff der Hochschullehrer für technische Mechanik Prof. Hans Reissner das Flugproblem auf.

Im Jahre 1907 ließ er bei Voisin einen Doppeldecker mit leichtem Röhrengitterwerk und einem 16-Zylinder-Antoinettemotor bauen, mit dem er Versuche anstellen wollte. Der Apparat wurde jedoch schon bei den ersten Flugversuchen in Paris beschädigt. Für die Instandsetzung und weitere Versuche brauchte Prof. Reissner einen Geldgeber und wandte sich deshalb mit der Bitte um Unterstützung an seinen Kollegen, Prof. Junkers, von dem sich an der Hochschule herumgesprochen hatte, dass er auch als Unternehmer erfolgreich tätig war.


Schaubild: Stand der Entwicklung 1909
Nachbau eines Junkers Schaubilds von 1909.


Am 20. Oktober 1907 übersandte Prof. Reissner seinem Kollegen Junkers eine Aufstellung seiner beabsichtigten flugtechnischen Versuche im kommenden Jahr und der damit verbundenen Kosten und ein "Programm für die flugtechnischen Arbeiten im Jahre Okt. 1907 bis Okt. 1908". Prof. Junkers ließ daraufhin von einem Rechtsanwalt einen Vertrag über die flugtechnischen Zusammenarbeit zwischen Prof. Junkers und Prof. Reissner aufstellen, der einen Monat später fertig vorlag.

Vom Beginn des Jahres 1908 an fand ein reger Schriftwechsel zwischen beiden Professoren über Versuche mit Tragflächenformen, Propellern und Flugmotoren statt, wobei sich Prof. Junkers hauptsächlich auf die Schaffung von Versuchseinrichtungen konzentrierte. Auch die Dessauer Badeofenfabrik "Junkers & Co." wurde in den Umbau des Reissner'schen Flugzeuges einbezogen, so wurde z.B. ein Verdampfungskühler für das Flugzeug hergestellt. Am 19. September 1908 fanden auf der Brander Heide in Aachen erste Schleppversuche mit dem umgebauten Voisin-Doppeldecker statt.

Vom Frühjahr bis Herbst 1909 erprobte Prof. Reissner den umgebauten Voisin-Doppeldecker mehrmals erfolgreich, wobei er etwa 5 Meter Höhe erreichte. Das Flugzeug wurde dabei öfters beschädigt und jedesmal in den Werkstätten von "Junkers & Co." repariert. Als sich dann nach einer Bruchlandung ein erneuter Aufbau nicht mehr lohnte, entschlossen sich Prof. Reissner und Prof. Junkers dazu, ein eigenes Flugzeug in Eindecker-Bauart zu bauen und dafür Tragflächen aus gewelltem Aluminium herzustellen.

Revolution im Flugzeugbau: Der freitragende Metallflügel

Bereits am 5. November 1908 hatten sich Prof. Reissner und Prof. Junkers die Idee einer Gleitfläche für Luft- oder Wasserflugzeuge mit gewellter Platte patentieren lassen, die praktische Ausführung jedoch noch hinausgeschoben. Anfang Oktober 1909 beauftragte Prof. Junkers nun seinen Ingenieur Scheller mit der Herstellung von Aluminium-Wellblechen für die Tragflächen und fertigte dazu selbst Notizen und Skizzen an. Beim Nachdenken über die günstigste Flügelform entstand die den Flugzeugbau revolutionierende Idee des freitragenden Metallflügels, die Prof. Junkers noch im Dezember 1909 unter der umständlichen Bezeichnung "Gleitflieger mit zur Aufnahme von nicht Auftrieb erzeugenden Teilen dienenden Hohlkörpern" zum Patent anmeldete.

Das Gleitflieger-Patent, das am 1. Februar 1910 erteilt wurde (Patentschrift Nr. 253788), griff zum ersten Male die Idee auf, Personen und Lasten innerhalb des Flügels unterzubringen und damit den Luftwiderstand zu verringern. Mit der Verringerung des Luftwiderstandes sollte es möglich werden, Personen und Lasten über weite Entfernungen zu transportieren und damit das Flugzeug als Verkehrsmittel zu verwenden.

Im Jahre 1910 wurden in der Firma "Junkers & Co." in Dessau die Wellblech-Tragflächen für das von Reissner konstruierte Entenflugzeug hergestellt. Nach mehreren Umbauten wurden damit 1912 auf der Brander Heide gute Ergebnisse erzielt.

Erfolge errang Reissner auch mit seinen Flugzeugpropellern, für die er 1910 bei einem internationalen Wettbewerb zwei erste Preise gewonnen hatte. Die Preisgelder stellte er dem Reissner-Junkers-Unternehmen zur Verfügung. Im Jahre 1913 nahm Prof. Reissner einen Ruf auf den Lehrstuhl für Mechanik der TH Berlin an. Das Flugzeugbauunternehmen Reissner-Junkers war damit beendet und der Junkers-Flugzeugbau begann.


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9. Februar 2010

75. Todestag von Hugo Junkers
Ein merkwürdiges Staatsbegräbnis fand am 9. Feb. 1935 am Münchner Waldfriedhof statt. Angeordnet hatte dieses prunkvolle Begräbnis Reichskanzler Hitler persönlich. Sein Stellvertreter Rudolf Hess legte nun einen Kranz an dem Grab ausgerechnet des Mannes nieder, der vorher monatelang als Staatsfeind verfolgt und um sein Lebenswerk gebracht worden war...
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