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dass Frederick Koolhoven, bevor er fliegen lernte, Auto- rennen für die belgische Automobil- fabrik Minerva fahren sollte?

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Mehr Informationen zu Frederick Koolhoven finden Sie auf www.koolhoven »»

Wissenswertes zur Restauration der BAT F.K.23 'Bantam' finden Sie unter www.koolhoven »»

Informationen zur Replikation der F.K.51 liegen auf www.koolhoven »»

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Koolhoven - ein vergessener Pionier

Die Entwicklung der Luftfahrt ist mit den Namen vieler großer Ingenieure verbunden: Junkers, Fokker und Dornier sind nur einige Beispiele dafür. Doch nicht alle dieser Pioniere sind noch heute so bekannt. Der Niederländer Frederick Koolhoven ist einer der heute fast vergessenen Begleiter der frühen Flugzeugentwicklung, deren Leistungen die Luftfahrt entscheidend beeinflussten. Wie viele seiner Kollegen war Koolhoven ein Konstrukteur mit sicherem Instinkt, war eigensinnig, innovativ und voller Liebe für sein Fach. Er hatte seine Erfolge, wenn ihn auch seine Experimentierfreude manchmal in die falsche Richtung leitete. Doch auch seine fehlgeschlagenen Entwürfe waren in Details oft ihrer Zeit voraus.


Koolhoven auf der Flugschule der Gebrüder Hanriot Die technische Heimat des jungen Frederick Koolhoven war zunächst die Automobilbranche, in der er sein Handwerk gelernt hatte. Doch nach seiner ersten Begegnung mit einen Flugzeug vertiefte er sich in den Flugzeugbau und ging schließlich nach Frankreich, um fliegen zu lernen: Auf der Flugschule der Brüder Hanriot machte er am 8. November 1910 seinen Pilotenschein. Zurück in den Niederlanden begann er unverzüglich mit dem Bau seines erstes Flugzeugen, dem 'Heidevogel'. Es handelte sich um einen Nachbau des Farman-Doppeldeckers mit einer geänderten Konstruktion und einer Passagiergondel.

Ende 1911 kehrte Koolhoven als Mitarbeiter von Louis Bechereau nach Frankreich zurück. Bechereau war der Entwickler der Schalenbau-Deperdussin, des aufsehenerregendsten Flugzeugs seiner Zeit. Nach wenigen Jahren wurde Koolhoven zum Werkleiter der neu gegründeten British Deperdussin Company Ltd. befördert. Diese Ernennung brachte ihn nach England.
Armstrong Whitworth F.K.8
Deperdussin ging pleite und Koolhoven fand eine neue Anstellung als Werkleiter für Armstrong Whitworth. Dort trugen zum erstem Mal Flugzeuge seine Initialen F.K. Die Armstrong Whitworth F.K.8 war sein erster großer Erfolg. Insgesamt wurden 1701 Maschinen des Typs an der europäischen Front und in Mittel- und Fernost eingesetzt.

1917 nahm Koolhoven die Stellung als Chef-Entwickler bei der British Aerial Transport Company Ltd. an. Seine ersten Entwürfe für die Firma waren Aufklärer- und Jagdflugzeuge, die jedoch zu spät für den Einsatz an der Front kamen. Am ersten Tag nach dem Waffenstillstand, am 11. November 1918, begann Koolhoven mit den Zeichnungen für die B.A.T. F.K.26 'Commercial'. Das Flugzeug wurde von Anfang an speziell für die kommerzielle Luftfahrt entwickelt: Im April 1919, noch zwei Monate vor der Junkers F13, machte die F.K.26 ihren Jungfernflug.
BAT F.K.26
Seiner Zeit ebenfalls voraus war Koolhoven mit dem Bau eines preiswerten und leichten Privatflugzeugs für die Mittelklasse. Die BAT F.K.28 'Crow' von 1919 war vielleicht das erste "ultraleichte" Volksflugzeug.
BAT F.K.28
Doch auch diesem Unternehmen war kein Erfolg gegönnt. Die gesamte britische Luftfahrtindustrie litt unter der Nachkriegsdepression, welche die British Aerial Transport Company nicht überlebte. Im April 1920 - nach acht Jahren Tätigkeit in England - kehrte Koolhoven in sein Vaterland zurück.

Während sein Landesgenosse Anthony Fokker wohlhabend aus Deutschland zurück gekehrt war und seine Geschäfte fortsetzen konnte, musste Frederick Koolhoven wieder ganz von vorne anfangen. Obwohl Fokker das einzige niederländische Unternehmen im Flugzeugbau war, verzichtete Koolhoven darauf, sich bei seinem Konkurrenten zu bewerben. Statt dessen ging er zurück in die Automobilbranche und nahm ein Angebot des Herstellers der "Spijker" an, jenes Automobils, das als "Rolls Royce des Kontinents" bekannt war.

Doch die Luftfahrt ließ Koolhoven nicht los. Nur zwei Jahre nach seiner Rückkehr ließ er sich von dem neu gegründeten Luftfahrt-Unternehmen N.V. Nationale Vliegtuig Industrie anwerben, welches allerdings nicht sehr erfolgreich war und schnell Bankrott ging. Nach dieser enttäuschenden Episode als Angestellter entschloss sich Koolhoven, sein eigenes Unternehmen zu gründen.

Die N.V. Koolhoven Vliegtuigen

Die N.V. Koolhoven Vliegtuigen, errichtet 1926 am Flughafen Waalhaven bei Rotterdam, hatte einen bescheidenen Start im Markt der Privatflugzeuge, Schulflugzeuge und kleinen Verkehrsflugzeuge. Der erste Erfolg des Unternehmens wurde die F.K.41 (1928), eines der ersten Privatflugzeuge mit geschlossener Kabine. Der Lizenzbau der F.K.41, die Desoutter Mk.I, erlangte große Popularität in England als Vereinsflugzeug.
Koolhoven F.K.41
Auf den Weg des Erfolgs brachte die N.V. Koolhoven Vliegtuigen die nachfolgende F.K.43 (1930). Die F.K.43 war ein erfolgreiches Privatflugzeug. Auch die niederländische Luftfahrtgesellschaft KLM bestellte acht Stück für den Gebrauch als Taxi- und Schulflugzeug.
Koolhoven F.K.43
Ebenso erfolgreich war die F.K.46 (1930), ein schöner Doppeldecker der zum Standard-Schulflugzeug der Nationalen Flugschule der Niederlande wurde. Wegen ihrer gutmütigen Flugeigenschaften bekam sie den Beinamen "Koebeest" (Kuh).
Koolhoven F.K.46
Das Unternehmen Koolhovens wuchs und die Flugzeuge wurden größer, wie die vier F.K.50 Linienflieger (1935), die an die schweizer Fluglinie Alpar geliefert wurden.
Koolhoven F.K.50
1935 hatte Koolhoven sein Comeback in die Militärluftfahrt mit der F.K.51. Mindestens 161 Stück dieses Militär-Schulflugzeugs wurden ausgeliefert. Empfänger waren die LVA (die niederländische Vorkriegs-Luftmacht), die MLD (die niederländische Vorkriegs-Marine-Luftmacht), die LA-KNIL (die niederländische Kolonial-Luftmacht) und Spanien.
Koolhoven F.K.51
Es folgten weitere Militärflugzeuge: die F.K.52, ein Aufklärungs- und Kampfflugzeug; die F.K.55, ein Hochleistungs-Jäger; die F.K.56, ein Militär-Schulflugzeug für Fortgeschrittene; und die F.K.58, ein Hochleistungs-Jäger. Das aufsehenerregendste dieser Flugzeuge war wohl die experimentelle F.K.55, ein mit gegenläufigem Propeller angetriebener Jäger mit vielen Neuheiten. Es war einer der Höhepunkte der Pariser Luftfahrtschau von 1936.
Koolhoven F.K.55
Die F.K.58 (1938) wurde im Auftrag der französischen Luftmacht gebaut, die sehr schnell ein neues Jagdflugzeug brauchte. Der Prototyp war in der erstaunlich kurzen Zeit von acht Wochen fertiggestellt.
Koolhoven F.K.58
Die F.K.59 von 1938, ein militärisches Mehrzweckflugzeug, war das letzte von Koolhoven produzierte Flugzeug. Inzwischen hatte das Unternehmen Koolhovens 1200 Mitarbeiter und eine Hallenfläche von 8.000 m². Von einem kleinen, unbedeutenden Unternehmen war es binnen zwölf Jahren zum ernsthaften Konkurrenten von Fokker geworden. Die Zukunft der N.V. Koolhoven Vliegtuigen schien vielversprechend.
N.V. Koolhoven Vliegtuigen

Das Ende

Am 10. Mai 1940 wurden die Niederlande von Deutschland unter Hitler eingenommen. Um die die niederländische Luftmacht auszulöschen, wurden alle Flugfelder schwer bombardiert - darunter auch der Flughafen Waalhaven. Die Anlage Koolhovens war das erste Ziel der Bomber der deutschen Luftwaffe. Binnen weniger Minuten war Koolhovens Lebenswerk zerstört.

Frederick Koolhoven starb am 1. Juli 1946 an den Folgen eines Schlaganfalls. In seinem Leben hat er mehr als 60 verschiedene Flugzeugtypen entworfen, von denen fast 3.000 Flugzeuge produziert wurden. Nur eines von Koolhovens Flugzeugen hat jedoch die Zeit überdauert, eine BAT F.K.23 'Bantam', welche durch Freiwillige der Stichting Koolhoven Vliegtuigen restauriert wurde.
Zudem gibt es heute ein Koolhoven F.K.51-Replik Projekt, eine Privatinitiative, zu der die Stichting Koolhoven Vliegtuigen mit der Dokumentation aus ihrem Archiv beiträgt.
BAT F.K.23 Im Bild: BAT F.K.23

Die Stichting Koolhoven Vliegtuigen

Das Ziel der Stiftung ist es den Namen Frederick Koolhovens weiter bekannt zu machen und die Wertschätzung seines Werk zu vergrößern. Die Stiftung erhält das verbliebene originale Material und macht dieses zugänglich für Publikationen und Projekte.




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* 13. Oktober 1930
Flug des japanischen Piloten Yoshihara Seiji von Deutschland über Sibirien nach Tokio mit der Junkers-Junior (A 50).

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