 |
 |
Junkers Ju 46
Als konstruktive Ableitung aus dem leistungsstarken Mehrzweckflugzeug W 34 aus dem Jahre
1926 entstand sechs Jahre später das katapultfähige Postflugzeug Ju 46.
Solange der planmäßige und gefahrlose Nonstop-Flugverkehr von Europa nach Amerika und zurück
noch an den unzureichenden flugtechnischen Gegebenheiten scheiterte, suchten die "Deutsche Luft Hansa A.G."
und der "Norddeutsche Lloyd" in Bremen nach Möglichkeiten, dennoch die Postbeförderung zwischen
den Kontinenten wenigstens zu beschleunigen. Eine einstweilige Lösung wurde darin gesehen, die
Postfracht vom Passagierdampfer aus per Flugzeug vorauszuschicken, während dieser noch vom
Zielhafen weit entfernt war. Dazu wurden zuerst auf dem Dampfer "Bremen", im Jahre 1930 auch
auf dem Dampfer "Europa", zwischen den Schornsteinen jeweils eine schräg zur Schiffslängsachse
nach Außenbord ragende Startschiene installiert, von der ein Flugzeug mit laufendem Motor auf
einem Katapultschlitten mittels Pressluft auf einer 20 Meter langen Gleitbahn bis auf 110 km/h
beschleunigt werden konnte. Auf solche Weise gestartet, traf das Postflugzeug etwa 45 Stunden
vor dem Dampfer im Zielflughafen New York ein.
Technische Daten:
| Verwendungszweck: | Katapult-Postflugzeug |
| Baujahr / Erstflug: | 1932 |
| Besatzung: | 2 Personen |
| Passagiere: | - |
Triebwerk (Leistung): | BMW "Hornet C" (441 kW / 600 PS) |
| Spannweite: | 18,00 m |
| Länge: | 11,60 m |
| Höhe: | 4,15 m |
| Flügelfläche: | 44,00 m² |
| Höchstgeschwindigkeit: | 230 km/h |
| Startmasse: | 3200 kg |
|
Seit dem Jahre 1932 wurden dafür von der Lufthansa und vom Bremer Lloyd zwei Ju 46 eingesetzt
(D-2244 und D-2271), zwei weitere im Jahre 1933, die fünfte im Jahre 1934. Mehr als diese fünf
wurden nicht gebaut. Die Ju 46 war ein freitragender Tiefdecker in der bekannten
Ganzduraluminbauweise mit zwei Sitzen im geschlossenen Cockpit. Gegenüber
dem Ausgangsmuster W 34 war das Leitwerk vergrößert. Die Rümpfe waren rot
lackiert und konnten bei eventuellen Notwasserungen leicht entdeckt werden. Als
Flugantrieb wurde jeweils ein BMW "Hornet" verwendet (BMW-Lizenzbau von Pratt & Whitney).
|  |
 |
|  |