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Komfortables Reisen: Ju 52-Ausstattung bei der LufthansaMit einer kleinen Broschüre informierte die Lufthansa ihre Passagiere über die Besonderheiten der noch nicht ganz alltäglichen Beförderungsart: "Eine Luftreise bringt Freude, Erholung und Zeitgewinn. Die schnellen neuzeitlichen Verkehrsflugzeuge bewältigen auch den längsten Reiseweg in kurzer Zeit."Die Hinweise begannen allerdings zunächst mit einem Verbot: "Fotografieren während des Fluges ist in den meisten Ländern nicht erlaubt. So verständlich auch Ihr Wunsch ist, über eigene Luftaufnahmen von Ihrer Luftreise zu verfügen, so eindringlich bitten wir, auf die Einhaltung dieser behördlichen Bestimmungen zu achten." Fotoapparate mussten schon bei der Abfertigung zur separaten Beförderung abgegeben werden. Es folgten Hinweise auf die Bedienung der verstellbaren Sitze, der Anschnallgurte und der Lüftungs- und Heizungsanlage. "Wollen Sie zusätzlich Frischluft haben, so benutzen Sie einen der Zuführungsschläuche, die neben den Sesseln an der Wand befestigt sind. Durch Hochhalten des Schlauches setzt die Frischluftzufuhr automatisch ein." In einigen Flugzeugen gab es auch schon Luftdüsen an den Seitenwänden der Kabine, bei denen die Frischluftzufuhr durch Drehen eines Knopfes geregelt werden konnte. Rücksicht für RaucherAls besonderer Fortschritt wurden besondere Raucherabteile mit elektrischen Feueranzündern angepriesen. "Fluggäste, die gerne rauchen möchten, haben im Raucherabteil den Vorrang", so war in der Fluggast-Broschüre zu lesen. "Die Flugkameradschaft erfordert, dass während des Fluges vorübergehend Plätze im Raucherabteil ausgetauscht werden."Auch der Wissensdurst der Passagiere sollte gebührend befriedigt werden: "Wenn Sie während des Fluges auf die Erde hinabschauen, oder wenn Sie über einem Meer von Wolken Ihrem Reiseziel zustreben, werden Sie wissen wollen, wie hoch Sie fliegen." An einem Höhenmesser an der vorderen Kabinenwand konnte die augenblickliche Flughöhe abgelesen werden. "Ein Thermometer, das Sie gleichfalls an der Wand befestigt finden, zeigt Ihnen den jeweiligen Wärmegrad im Fluggastraum an." Mit ausgelegten Flugstreckenkarten konnten die Passagiere verfolgen, welche Städte und Landschaften gerade überflogen wurden, und darüber hinaus gab der Flugfunker von Zeit zu Zeit mit einem Meldezettel den Standort der Maschine bekannt: "Anhand der Standortmeldung können Sie z.B. die Geschwindigkeit feststellen, mit der Ihre Reise vonstatten geht und sich davon überzeugen, dass Ihre Landung flugplanmäßig erfolgt." Mit Hilfe eines Flugfunktelegramms konnten die Passagiere geschäftliche oder private Mitteilungen zur Erde senden. Bei Flügen über Deutschland war sogar der Empfang von Telegrammen an Bord möglich, und in einigen Maschinen stand für dringende Arbeiten auch eine Reiseschreibmaschine zur Verfügung. Sauerstoff-Schläuche für den AlpenflugUnangenehm für die Passagiere konnte ein Flug über hohe Gebirge werden, denn die Ju 52 verfügte - wie alle anderen Flugzeugtypen dieser Zeit - noch nicht über eine Druckkabine, mit der die atmosphärischen Verhältnisse in der Kabine geregelt werden konnten. Normalerweise flogen die Maschinen deshalb auch in relativ geringen Höhen von etwa 2500 Metern, wo noch keine Beschwerden durch Sauerstoffmangel zu befürchten waren. Zum Überfliegen hoher Berge mussten die Flugzeuge jedoch noch einige hundert Meter weiter steigen, und für diese Fälle war vorgesorgt: "Wenn Sie bei Flügen über die Alpen Ermüdungserscheinungen verspüren, ersuchen Sie den Flugfunker um Einschaltung der Sauerstoffanlage. Sie benutzen dann beim Atmen einen der Schläuche, die jeweils zwischen zwei Sitzen angebracht sind."Da die Flugzeuge noch nicht über dem Wettergeschehen fliegen konnten, litten empfindliche Passagiere bei böiger Luft nicht selten an der Luftkrankheit, und auch dagegen musste Vorsorge getroffen werden - nicht zuletzt im Interesse der Fluggesellschaft selbst. "Da luftkranke Passagiere unter Umständen nach einem schlechten Flug das Flugzeug für immer meiden, ist Vorsorge notwendig", hieß es in einer speziellen Anweisung der Lufthansa aus dem Jahr 1938. "Die Flugleitungen sollen deswegen bei böigem Wetter den Passagieren von sich aus Luftkrankheitsmittel anbieten." War dennoch ein Malheur nicht zu verhindern, dann konnte der Betroffene immerhin mit der Nachsicht der Fluggesellschaft rechnen: "Für Verunreinigungen durch Luftkranke wird von der Lufthansa eine Reinigungsgebühr nicht erhoben." Bei vierbeinigen Passagieren hörte dieser Großmut allerdings auf: "Ist die Verunreinigung jedoch durch im Kabinenraum mitreisende Hunde verursacht, so hat der Hundebesitzer für die Reinigung RM 1,- zu zahlen. Die Gebühr fließt demjenigen zu, der die Säuberung vornimmt." |
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